Johanniskraut – Pflänzle des Monats Juli

Brennnessel – Pflänzle des Monats Juni
14. Juni 2020

Die gelben Blüten des Johanniskrauts (Hypericum perforatum) entfalten sich rund um den Johannistag, den 24. Juni. Deshalb wurde diese wirkungsvolle Heilpflanze nach Johannes dem Täufer benannt, der Legende nach soll die Pflanze aus seinem Blut erwachsen sein. Ein anderer Name lautet auch Blutkraut, denn wenn man die Blüten zwischen den Fingern verreibt, tritt ein blutroter Saft aus, das Johanniskrautöl.

Der botanische Name dagegen leitet sich von den Blättern ab: Hypercium bedeutet in etwa so viel wie „durchscheinend“, perforatum „perforiert, durchlöchert“. Denn hält man das Laub des Johanniskrauts gegen das Licht, kann man viele kleine „Löcher“ erkennen, durch die man „hindurchsehen“ kann. Bei diesen „Löchern“ handelt es sich jedoch um Öldrüsen, die wie kleine Einstiche aussehen. Dem Mythos nach war der Teufel so wütend über die wunderbare Heilkraft des Johanniskrauts, dass er voller Zorn mit einer Nadel auf die Pflanze einstach und sie so mit tausend „Löchern“ versah.

Die Fülle wertvoller Inhaltsstoffe macht das durchlöcherte Johanniskraut zu einer vielseitig einsetzbaren Heilpflanze. Neben der bekannten Wirkung auf die Nerven, kann es auch erfolgreich bei Magen-Darm-Beschwerden, Wunden oder Hautausschlägen angewendet werden. Haupteinsatzgebiet sind jedoch nervöse Unruhezustände, geistige Erschöpfung und Stimmungstiefs. Erhältlich sind sowohl Produkte zur innerlichen Anwendung wie Tabletten als auch zum äußerlichen Gebrauch wie Tinkturen. Auch homöopathisch wird Hypericum perforatum häufig eingesetzt, beispielsweise ist es Inhaltstoff der bekannten Mischung „Traumeel“.

Bekannteste Nebenwirkung dürfte die sogenannte Phototoxizität sein, was bedeutet, dass ein Stoff durch Sonnenlicht „giftig“ wird. Dies konnte man bei Tieren wie z.B. Kühen oder Schafen beobachten, die Hautreizungen entwickelten, nachdem sie Johanniskraut auf der Weide gefressen hatten. Beim Menschen sind derart heftige Reaktionen seltener, dennoch sollten sich gerade Menschen mit heller Haut möglichst wenig und nicht ungeschützt starker Sonnenbestrahlung aussetzen, wenn sie Johanniskraut-Präparate einnehmen. Dasselbe gilt natürlich auch für Tiere, die damit behandelt werden.

Bereits Paracelsus war beeindruckt von der Heilkraft dieser Pflanze und lobte seine wundheilenden Eigenschaften:

„Es gibt keine andere Arznei in allen Rezepten, die ohne Schaden und ohne Zufälle so gut und ganz heilt wie diese Perforata. Es ist nicht möglich, dass eine bessere Arznei für Wunden in allen Ländern gefunden wird.“

Hat Euch dieser Beitrag gefallen? Dann freut ihr Euch bestimmt schon auf das nächste „Pflänzle des Monats“, das Mitte August erscheint.